WAZ vom
07.06.2004
„Lauflust"
und Pizzaduft spornen
495 Athleten zu Höchstleistungen an
Die erwartungsvollen Jubelchöre der
Menschenmassen an der Ziellinie sind schon zu hören, rundherum vernimmt der
engagierte Läufer ein allgemeines Ächzen, Schnaufen und Stöhnen und jeder
einzelne Muskel meldet Protest an.
Doch das Ziel - Urkunde und
Mineralwasser - vor Augen werden auch die letzten Meter noch genommen und bei
der immensen Begeisterung, die beim 13. Guido-Heiland-Bad Volkslauf herrschte,
lohnte sich die Anstrengung allemal.
"Auf eine regelmäßige Atmung
achten und die Sache am Anfang nicht zu schnell angehen. Lieber zum Schluss
noch Mal alles geben", gibt Heidi Hoffmann - Vorstandsmitglied beim LT
Guido sowie Mitorganisatorin - letzte Tipps. Denn neben Marathon-Urgesteinen
und Kilometer-Puristen schnürten auch erklärte Lauflaien die Sportschuhe und
drehten im Volkspark Runde für Runde. "Wir hatten letztlich 495 Läufer,
das ist absoluter Rekord. Unsere bisherige Bestmarke lag bei 377
Sportlern", verkündet Heidi Hoffmann stolz das Erfolgsergebnis der
diesjährigen Auflage des Dauerlauf-Events.
Bei insgesamt fünf Läufen dürfte ja
auch für jeden Geschmack etwas dabei gewesen sein. Durfte es gleich die
Königsdisziplin Halbmarathon sein, oder doch lieber erst mal die 5000
Meter-Strecke zum Warmwerden? Ganz egal, für welche Distanz man sich auch
entschied, Leistung war stets gefragt.
Und wo Pfunde purzelten, Schweiß
floss und Kräfte schwanden, fanden auch die Gaumenfreuden des LT Guido
reißenden Absatz. "60 Kuchen, 400 Würstchen", zieht Hoffmann Bilanz,
wobei besonders den Schülerteams während des Konditionstests das Wasser im
Munde zusammengelaufen sein dürfte.
"Durch unsere Pizzawette
erfreute sich der 3000 Meter-Lauf so großer Beliebtheit wie nie zuvor. Die schnellsten
Schülergruppen gewannen ein Pizzaessen", erschließt die Organisatorin neue
Konzepte, um Jugendlichen das Schwitzen schmackhaft zu machen. Und das mit
beeindruckendem Erfolg, denn mit 199 Pizzahungrigen in 22 Schul- und
Vereinsteams platzte das Starterfeld des 3000 Meter-Laufs wahrlich aus allen
Nähten.
Da schlichen sich auch schon mal
Schönheitsfehler ein, wie Heidi Hoffmann berichtet: "Wir sind von dieser
Begeisterung so überrannt worden, dass es Probleme mit der Ergebnisfindung gab.
Zu geballt stürmten die Kinder über die Ziellinie." Und letztlich fanden
sich ja doch Sieger, die es sich am gedeckten Tisch bequem machen durften.
Bei den Grundschülern gewannen die
"Aloisius-Raketen" (0.39,45 h), das Team "Pitschendopf"
(0.37,15 h) vom Albert-Schweitzer-Gymnasium durfte bei den Schulklassen fünf
bis sieben die Pizzakartons stürmen und bei den Klassen acht bis elf wurde die
Mannschaft "Formation" (0.46,21 h) von der Skizunft Marl zum
Festessen geladen.
Wem italienisches Essen vergönnt
blieb, der erhaschte vielleicht zumindest einen Blick auf die zahlreichen
anwesenden Leichtathletik-Profis. So gaben beispielsweise die beiden
Extremsportler Holger Schipper und Lan Demire den Startschuss zum Halbmarathon.
"Die beiden haben sich durch Läufe durch die marokkanische Sahara oder von
Bochum bis nach München einen Namen gemacht", freut sich Hoffmann über die
fachmännische Unterstützung.
Vielleicht konnten die beiden vor
Laufbeginn ja noch etwas von ihrer Erfahrung weitergeben, denn flugs fielen
sowohl bei den weiblichen, als auch bei den männlichen Konditionswundern die
Streckenrekorde auf der Halbmarathon-Strecke. Werner Ulber von der LG
Oerlinghausen lief hier eine Zeit von 1.18,12 h, Maria Parthe von den LF-SF
Mariaveen stellte ihrerseits einen neuen Rekord (1.33,20 h) auf.
Schließlich wollten über 10 000
Meter auch noch neue Vereinsmeister des LT Guido gefunden werden. Clemens Arens
holte sich mit einer 37-Minuten-Zeit wie in den Jahren zuvor erneut den Titel
und bei der weiblichen Fraktion lief Barbara Feldmann mit einer 42-Minuten-Zeit
allen Vereinskolleginnen davon.
Und da die Temperaturen auch nicht
in unerträgliche Höhen stiegen, war die Stimmung bei den Läufern bestens -
getreu dem Slogan "Lauflust", der über der Startnummer auf jeder
Brust prangte. Nur die Möglichkeit, sich umsonst im Guido-Heiland-Bad zu
vergnügen, nahmen die Teilnehmer nicht wahr. Dafür war es dann doch etwas zu
kalt. bas
WAZ 07.06.2004
Marler
Zeitung vom 07.06.2004
Pfeiffers Stern leuchtet am Volkspark
Der Senioren-Weltmeister über 800 m
kam, sah und siegte. Erstmals im Marler Volkspark dabei, hielt Detlef Pfeiffer
die Konkurrenz beim 3 000-Meter-Lauf von der Startlinie weg auf Distanz.
Von Jochen Sänger
Zum Schluss hatte der für den Recklinghäuser LC startende Champion satte 38
Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Tolger Arnold. "Was für ein
Tag", seufzte Norbert Nölle, Vorsitzender des Lauf-Treffs (LT) Guido am
Samstagabend. Erschöpft, aber in der Gewissheit, dass sich die Anstrengungen
gelohnt haben. Mit rund 550 Meldungen verbuchte der Veranstalter ausgerechnet
bei der 13. Auflage des Guido-Heiland-Bad-Laufs einen Teilnehmerrekord.
Kreativität zählt
Schon früh hatte sich die unerwartet hohe Beteiligung angekündigt. 199 Namen
standen allein auf der Starterliste des 3 000-Meter-Laufes. Etliche
Schulklassen nahmen die "Pizza-Wette" an. "Sie haben sich
fröhliche Teamnamen gegeben, sind mit selbstgestalteten T-Shirts gelaufen. Eine
Gruppe trug Nikolausmützen, eine andere Engelchenflügel", staunte Heidi
Hoffmann vom LT-Vorstand über die Kreativität der Mädchen und Jungen.
Besserung gelobt
"Grandios", nannte Norbert Nölle das Echo, "wir sind geradezu
überrollt worden." Die Folge: Das junge Team in der Meldestelle schwitzte
Blut und Wasser, einige Mannschaftsresultate wurden im Eifer des Gefechts
vertauscht. "Wir hoffen auf Verständnis und geloben fürs nächste Jahr
Besserung", sagte der Vorsitzende.
Auch sportlich konnte sich die Bilanz des Ausrichters sehen lassen. Clemens
Arens kam beim Hauptlauf über 10 000 Meter mit 37.34 Minuten auf den dritten
Platz und sicherte sich damit die Vereinsmeisterschaft. Geschlagen wurde er nur
von Stefan Woytowicz (34.31 min) und Martin Rath (36.29 min).
Schnellste Frau im Feld war Tanja Osterhold aus Dorsten (48.47 min) vor
Constanze Venhoff (Gelsenkirchen, 50.49 min). Die Marler Farben auf dem
Treppchen vertrat Petra Germesin (Ski-Zunft, 51.18 min).
Nur ein Jahr Bestand hatte die Bestzeit des Halbmarathons. Bei der zweiten
Auflage lief Werner Ulber von der LG Oerlinghausen mit 1:18.12 Stunden einen
neuen Rekord. Auch die schnellste Frau auf dem Rundkurs übers Stübbenfeld, der
drei Mal durchlaufen werden musste, stellte die Bestzeit aus dem Premierenjahr
ein: Maria Parthe (Maria Veen) kam nach 1:33.20 Stunden ins Ziel.
Erste Titelträgerin des Nachmittags war Carola Jansen (Laufende Geometer), die
für den Bambini-Marathon nur 1.59 min benötigte.
Wand wird Vierter
Über 5 000 m siegte Magnus Meckelburg (Gelsenwasser, 17.41 min). Schnellster
Marler wurde Matthes Wand 23 Sekunden später als Vierter.
06. Juni
2004 | Quelle: http://osc.westline.de/zb/