| Eines der interessantesten Gebiete im
Grenzbereich zwischen Münsterland und Revier ist das Landschaftsschutz- und
Naturschutzgebiet „Die Haard“. Zum einen findet man hier ein ausgedehntes
Waldgebiet, das ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bevölkerung des
nördlichen Ruhrgebiets ist, andererseits wird diese Fläche auch industriell
genutzt. Im Norden der Haard wird fast reiner Quarzsand gewonnen, der in
erster Linie als Ausgangsprodukt für die Chemische Industrie über den
angrenzenden Wesel-Datteln-Kanal verschifft wird. Weiterhin dokumentieren
zwei Versorgungsschächte der Ruhrkohle AG an dieser Stelle die Nordwanderung
des Steinkohlebergbaus. Dennoch überwiegt bei weitem der grüne Charakter der
Haard und ist daher für Läufer äußerst interessant. Von den vielen Möglichkeiten schlage ich zwei Varianten
über 5,5 km und 9,5 km vor, die vom Marler Stadteil Sinsen gut zu erreichen
sind. Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Bundesstrasse 51 nahe des
Forsthauses Haidberg unmittelbar hinter dem Ortsausgang Marl-Sinsen.
Wir beginnen unseren Lauf auf dem „Haardgrenzweg“, links
liegt das Waldgebiet, rechts haben wir einen schönen Blick auf eine leicht
hügelige Feld- und Wiesenlandschaft. Nach circa 1,4 km erreichen wir den
deutlich sichtbaren Meilenstein 206 und biegen hier links ab, wenn die
kleinere Runde gewählt wird. Zunächst bleibt der Weg noch recht flach, bis
links und rechts des Weges teilweise überwachsene Hügelgräber zu erkennen
sind. Ab hier wird der Weg recht wellig und steigt am Ende deutlich
spürbarer an, bis wir bei km 3,0 den höchsten Punkt dieser kürzeren Runde
erreichen und unmittelbar danach auf eine Wegkreuzung stossen. Hier biegen
wir links in den „Sieben-Hügel-Weg“ ein. Über eine weitere Kreuzung laufen
wir geradeaus, ein großer Wegweiser zeigt in Richtung „Halterner Pforte“,
einem Restaurant an der Bundesstrasse 51. Wir laufen jedoch nicht bis zur
Strasse, sondern biegen kurz vorher in den kleinen Wanderweg A3 ein und
erreichen nach insgesamt rund 5,5 km wieder den „Haardgrenzweg“ und unseren
Ausgangspunkt.

Wer die längere Distanz wählt, bleibt nach dem
Meilenstein 206 weiter auf dem „Haardgrenzweg“ Nach insgesamt ca. 1,8 km
erreichen wir einen Parkplatz, an dem sich immer sonntags unsere Lauffreunde
aus Recklinghausen in stattlicher Anzahl treffen. Hier befindet sich auch
eine Orientierungstafel, anhand derer Querfeldeinläufer Hinweise auf
Laufstrecken abseits der Hauptwege erhalten können. Ich empfehle jedoch
weiter eine Variante über die Hauptwege, da diese aufgrund des
Schotter-Untergrunds auch bei schlechtem Wetter ganzjährig gut zu laufen
sind.
Wir folgen also weiter dem „Haardgrenzweg“, vorbei am Haus
der „Seniorenbildungsstätte Haard“ und der Gaststätte „St. Johannes“ und
laufen bei km 2,3 links einen zunächst leicht ansteigenden Weg hinauf. Wenig
später werden einige kurze, stärkere Steigungen für eine Erhöhung des
Pulsschlags sorgen.
Nach 3,7 km erreichen wir die große Wegkreuzung „St.
Johannes“, die praktisch das Zentrum der Haard bildet. An diesem Ort soll
der „Heilige Baum“ gestanden haben. Es war der Versammlungsort der Germanen,
wo das „Hölting“ (Markengericht) abgehalten wurde. Zu einem späteren
Zeitpunkt wurde hier ein Kreuz auf einer sternförmigen Grundplatte
errichtet, das in modifizierter Form heute zu besichtigen ist.
Wir halten uns an der Wegkreuzung links und folgen der auf
einem großen Wegweiser vorgegebenen Richtung „Dicker Stein 2,1 km“ . Die
Entfernungsangabe ist nach meinen Erfahrungen recht genau, so dass man hier
sein Lauftempo anhand der benötigten Zeit überprüfen kann. Zu
berücksichtigen ist jedoch, dass der Weg zu Beginn nahezu kontinuierlich
ansteigt, um dann nach zwei kräftiger ansteigenden kurzen Passagen zum
höchsten Punkt dieser Runde zu führen.
An der Wegkreuzung finden wir den angekündigten „Dicken
Stein“, einen zum Naturdenkmal erhobenen Findling aus Granit. Nun laufen wir
links in den bereits bei der Beschreibung der kürzeren Variante erwähnten
„Sieben-Hügel-Weg“ und treffen nach rund 7,9 km auf den beschriebenen
Rückweg über den Wanderweg A3.
Insgesamt haben wir dann 9,5 km in einem für
Flachlandbewohner doch anspruchsvollen Terrain zurückgelegt. |
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