| Dass Marl nicht nur Industriestadt ist, spürt
der Läufer bereits nach wenigen Metern, wenngleich der Ruf der Stadt
sicherlich von der Chemie- bzw. Montanindustrie beeinflusst wird.
Diese beiden Industriezweige prägten und Prägen auch heute
noch in hohem Maße das Stadtbild, aber mit sinkender Tendenz, denn der
Chemiestandort Marl mit ehemals ca. 20.000 Arbeitsplätzen ist in seiner
ursprünglichen Form nicht mehr existent. Zur Zeit gibt es nur noch einen
Firmenverbund auf dem Chemiegelände mit entsprechend reduzierten
Mitarbeiterzahlung sowie eine aktive Zeche.
Dadurch gewinnt der andere Teil unserer Stadt langsam
wieder die Oberhand, denn andernorts nennt sich Marl auch gerne "das Tor zum
Münsterland". Hier im Münsterland ist Westfalen am westfälischsten, hier
dominiert nach wie vor Ackerbau und Viehzucht. Große, gesunde Höfe mit ihren
Ländereien und Wäldern beherrschen das Bild, durchzogen von unzähligen
landwirtschaftlichen Bewirtungswegen, die geradezu zum Laufen oder auch
Radfahren einladen. Zudem gibt es keine bzw. nur geringe Höhenunterschiede,
so dass es sich um eine ideale Laufgegend handelt.
Wie sieht denn nun eine lange Trainingseinheit konkret
aus? Bevor ich wieder ins Erzählen komme, lasst uns einfach loslaufen. Auf
der vor euch liegenden Strecke überwiegt der Asphaltanteil. Wer diesen
harten Boden nicht mag, sollte eine andere Strecke wählen.
Der Start ist am Guido-Heiland-Bad (GHB)/Volkspark in
Alt-Marl unweit der St.Georgskirche. Ihr könnt euer Auto problemlos auf den
Schwimmbadparkplatz (Hochstraße) oder in der Ophoffstraße abstellen und dort
auch gleich beginnen. Eine lange Einheit über drei Stadtgrenzen und 23 km
steht an (Abkürzungen sind jederzeit möglich; siehe Skizze).
Ihr verlasst den Ortsteil Alt-Marl in südlicher Richtung
über die Ophoffstraße, lauft dann über eine, die Bahnlinie Essen-Münster
überspannende Fußgängerbrücke und seid im Stübbenfeld.
Rechts und links einer kaum befahrenen Allee (Stübbenfeldstraße)
sind weitläufige Kornfelder zu sehen, die euch bis zur Kreuzung
Stübbenfeldstraße/Zum Telgenbusch begleiten.
Hier müsst ihr die erste Entscheidung treffen. Wollt ihr
lange Trainingseinheiten machen und die gesamte vorgeschlagene Strecke
laufen, dann geradeaus in den Wald (Telgenbusch 2 km-Rundkurs), ansonsten
geht´s links weiter Richtung Herten (2 km), dann heißt es aufpassen, muß
doch eine verkehrsreiche Straße (Hertener Straße) überquert werden, um durch
den Arenbergschen Forst (nicht zu verwechseln mit dem Arenbergisc hen Forst
auf der Hausstrecke) weiterlaufen zu können. Es gilt, sich immer rechts zu
halten, vorbei am Linder Feld bis zur B 225. Nachdem ihr eine Teil Hertens
durchlaufen habt, nähert ihr euch jetzt der Recklinghäuser Stadtgrenze. Auf
all diesen Sträßchen und Wirtschaftswegen trefft ihr im Sommer zahlreiche
Radfahrer und Spaziergänger an, die dieses Naherholungsgebiet entsprechend
nutzen.
Jetzt heißt es, etwas links versetzt, rüber über die
Straße, geradeaus, dann rechts über den Loemühlenbach hinweg, Richtung
Flugplatz Loemühle.
Parallel zum Loemühlenbach führt ein kleiner Weg direkt zu
Hotel Loemühle. Ein idealer Einstieg für alle, die in diesem Traditionshotel
untergekommen sind und etwas für ihre Ausdauer tun wollen.
Nachdem ihr inzwischen einen Reiterhof links habt
liegenlassen, lauf ihr direkt auf die Landebahn des Verkehrslandeplatzes
Loemühle zu; also Köpfe einziehen, sind doch bei schönem Wetter zahlreiche
Sportflugzeuge am Himmel. Vor dem Flugplatz kurz rechts laufen (Vorsicht
Straße), dann nach ca. 200 m links ins Feld.
Jetzt seid ihr übrigens schon auf Recklinghäuser Boden und
somit bereits auf dem Gebiet der dritten Stadt, nicht weit von der
Autobahnbrücke A 43 entfernt, die uns als Wendepunkt dient. Die Hälfte ist
geschafft (ca. 10 km). Diejenigen, die noch eine 3-km-Schleife dranhängen
wollen, überqueren die Brücke zum Mollbeck-Schwimmbad. Hier scho b in den
80ern Muskelmann Ralf Möllen, der Hollywood-Star und
Schwarzenegger-Nachfolger seinen Dienst als Bademeister.
Wir biegen jedoch vor der Brücke rechts ab, laufen in eine
Allee hinein, überqueren nach 500 m wieder die zum Flugplatz führende Straße
und stehen mitten auf dem Golfplatz (Achtung: Fliegende Bälle).
Bald darauf erreicht ihr die B 225 (Dorsten-Marl-Recklinghausen),
die ihr vor einer Stunde schon mal überlaufen habt. Jetzt geht´s links
versetzt ins Feld, und schon ist Herten´s Bauernschaft "Ried" in Sicht. In
der Ried liegen Höfe, Gärtnereien und vereinzelte Kötter friedlich
nebeneinander, Kinder spielen vor den Häusern und Radfahrer begegnen euch
zuhauf.
Habt ihr Ried durchlaufen, könnt ihr euch auf das Finale
vorbereiten, denn vom Telgenbusch - den kennt ihr noch aus der Startphase -
bis zum GHB fehlen nur noch 2 km. Am Waldrand rechts, durch das eingangs
erwähnte Stübbenfeld zurück, über die Fußgängerbrücke, nur noch wenige
Meter, und ihr steht im Volkspark bzw. vor den Toren des GHB, vis-à-vis
eures Parkplatzes.
Jezt ein Bad, das wäre es doch - oder? Für Muskeln,
Gelenke und Stützapparat ist es, wie ihr wisst, eine Wohltat, wird doch das
Körpergewicht auf 10% reduziert, so dass die Erholung sofort beginnt. In den
Sommermonaten ist das Guido-Heiland-Bad ein wirkliches Erlebnis, ihr werdet
es sehen.
Viel Spaß auf meiner Lieblingsrunde
Heino Haumann
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